Fortino Capital investiert in das niederländische Technikunternehmen BuyBay

Fortino Capital, eine Investmentgesellschaft von wohlhabenden belgischen Unternehmerfamilien, realisiert in kurzer Zeit eine zweite, millionenschwere Investition in den niederländischen Techniksektor.

Nachdem Anfang des Monats Anteile des Online-Blumenhändlers Bloomon erworben wurden, haben die Belgier jetzt auch ein Auge auf BuyBay geworfen, einen jungen IT-Dienstleister im Handelssektor.

Es geht bei BuyBay wieder um eine Summe in Millionenhöhe. Das wurde Montag von den Beteiligten bestätigt, aber über die genaue Summe bewahrten sie Stillschweigen. Als Gegenleistung für die Kapitalspritze erhält Fortino eine kleine Minderheitsbeteiligung, das ließ sich Thijs Bosgoed, Gründer und Anteilseigner des IT-Unternehmens, dann doch entlocken.

Abwicklung von Retouren

BuyBay beschäftigt sich mit der Abwicklung von Retouren von Onlineshops und anderen Einzelhändlern, die ihre Produkte online verkaufen. Das 2014 gegründete Unternehmen hat hierfür eine spezielle Software entwickelt und sucht selbst nach Käufern für die zurückgeschickten Produkte. „Früher gingen die Produkte an Aufkäufer, die sich einen möglichst niedrigen Preis ausbedingten. Wir sorgen für einen besseren Ertrag, indem wir uns wieder direkt an die Endkunden wenden“, so der 33-jährige Bosgoed, der schon bei der Einführung der Rabattcouponseite Groupon in Europa eine Rolle spielte.

Repräsentant des Neuen

Fortino sieht BuyBay als Repräsentanten für einen neuen Sektor, der sich auf dem Rücken des klassischen Einzelhandels entwickelt. „Es ist ein schnell wachsender Markt. Geschäfte sind sich bewusst, dass sie mehr aus den Retouren holen können“, stellt Duco Sickinghe, der niederländische geschäftsführende Gesellschafter von Fortino, bekannt als Aufsichtsratsvorsitzender von KPN, fest.

Laut Bosgoed von BuyBay hat der Markt von zurückgeschickten Produkten in den Benelux-Ländern mittlerweile einen Wert von zwei bis 3 Milliarden Euro pro Jahr. Und der Höhepunkt ist vorläufig noch nicht in Sicht. In ganz Europa geht es bei der Annahme und dem Weiterverkauf von Retouren um eine Summe von rund 200 Milliarden Euro, schätzt Bosgoed.

Schnell über die Grenze

Gerade wegen dieses unglaublichen Potenzials möchte BuyBay mit seiner Dienstleistung schnell den Schritt über die Grenze wagen; Grund genug, für die benötigten Investitionen einen externen Geldgeber heranzuziehen. Das Kapital von Fortino wird benötigt, um Lager für die Retouren einzurichten und das Personal aufzustocken. In Kürze will das Unternehmen eine Niederlassung in Nimwegen eröffnen, um vorn dort aus den deutschen Markt zu erobern.

Fast drei Jahre nach der Gründung verbucht BuyBay mit fünfzig Mitarbeitern einen Jahresumsatz zwischen 10 und 15 Millionen Euro. „Sie heben sich mit ihrem finanziellen Profil günstig von anderen Start-ups ab. Das Geld wird nicht mit vollen Händen ausgegeben. Darin unterscheiden sie sich von vielen andere jungen Unternehmen, die Verluste schreiben, solange keine kritische Masse erreicht ist“, stellt Sickinghe fest.

Er hat auch nicht wirklich Angst vor der Konkurrenz, die BuyBay von traditionellen Logistik-Dienstleistern bekommen könnte. „Es gibt wenige Spieler auf diesem Markt, die die Retouren auch wieder auf den Verbrauchermarkt bringen.“

Fortino hält auch Anteile an Bloomon

Fortino Capital hat Anfang Februar auch Anteile am Online-Blumenhändler Bloomon aus der Nähe von Aalsmeer erworben. Der Geldgeber fungiert dabei als Hauptinvestor, mit dem niederländischen Inkef Capital und dem französischen Partech Ventures als Mitinvestoren. Zusammen stecken sie 23 Millionen Dollar in den Blumenlieferdienst, der genau wie BuyBay auf eine Expansion in Europa ausgerichtet ist.

Der belgische Risikoinvestor hat im Oktober 2013 mit einem Vermögen von 78 Millionen Euro angefangen, wovon ein Großteil mittlerweile in Internetunternehmen, Technologielieferanten und Unternehmen, die eine Digitalumstellung vornehmen, geflossen ist. Nur mit Investitionen in die Telekommunikation ist Fortino zurückhaltend. „Wir werden nicht so bald in den niederländischen Telekommunikationssektor investieren“, sagt Sickinghe mit Blick auf seine Aufsichtsfunktion bei KPN. „Einen Interessenkonflikt möchte ich um jeden Preis vermeiden.“ Fortino ist Inhaber kleinerer Beteiligungen an Mobilfunk- und Kabelnetzunternehmen in Portugal und auf Malta.

Sickinghe, dessen Vater in den Achtzigerjahren eine führende Rolle beim damaligen Maschinenbauunternehmen Vmf-Stork innehatte, ist selbst ehemaliger CEO von Telenet, wo er vor vier Jahren aufgehört hat, als dieses belgische Telekommunikations- und Kabelunternehmen vom amerikanischen Liberty Global aufgekauft wurde.

Mit dem Venture-Kapitalfonds Fortino strebt Sickinghe auf lange Sicht einen jährlichen Kapitalgewinn von 15-20 % an.

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Oliver Lauterwein

Chief Commercial Officer Expansion

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